Text-Auszüge der Magister-Arbeit über die Kathedrale von Coutances von Herrn Thomas Jeske (zu erreichen unter jayteejay49@aol.com), der oft und gern gesehen, gemeinsam mit seiner Freundin im Ferienhof als Gast weilte, auch um die Recherchen für seine Arbeit durchzuführen:

„Die größte Blüte romanisch-normannischer Baukunst verläuft fast zeitgleich mit dem Leben von Wilhelm dem Eroberer, wobei einige sehr wichtige Bauten bereits zu seinen Lebzeiten (1027 – 1087) begonnen wurden, jedoch teils erst zur Wende zum 12. Jahrhundert fertiggestellt wurden. Seit der Eroberung Englands 1066 und dem damit verbundenen Anschluss des Herzogtums Normandie ans englische Königreich, dessen Haupt nun Wilhelm war, gab es für die normannischen Baumeister neue Möglichkeiten der Verwirklichung jenseits ihres Mutterlandes, was sie architektonisch zu Neuerungen anregte, ohne dass sie auf normannischem Boden durch zu kühne Bauvorhaben traditionelle Auftraggeber gegen sich aufgebracht hätten.

Auch die Kathedrale von Coutances, im heutigen Departement Manche gelegen, zitiert nicht nur die Baugliederungen romanischer Vorbilder, sondern ist als romanische Kathedrale begonnen worden, wie auch beispielsweise die Kathedralen von Bayeux und Lisieux.

Ihre Dynamik erreicht die Kathedrale durch die Nachvollziehbarkeit einzelner Bauabschnitte vom frühgotischen, von romanischen Spolien durchsetzten Teil, zum hochgotischen, erkennbar neueren ästhetischen und statischen Prinzipien folgenden Chor, der mit einer longitudinalen Zentralkapelle des 14. Jahrhunderts abschließt, bis zum unumstrittenen Höhepunkt des Bauwerks, dem vom Inneren fast gänzlich einsehbaren Vierungsturm mit hochgebauter Laterne, wiederum einem Teil normannischer Sakralbautradition vorangegangener Jahrhunderte, der mit den vielgliederig behelmten Doppeltürmen korrespondiert.

Ziel dieser Arbeit ist, die bisher wenig behandelte normannische Gotik anhand einer Monographie über eine der schönsten Kirchen Nordfrankreichs zu untersuchen, Baustrukturen herauszuarbeiten, und unter dem Vergleich zu anderen Kirchenbauten der Zeit herauszufinden, ob es die normannische Gotik eigentlich gibt und was sie ausmacht.“
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